Strompreis-Zusammensetzung 2026: Was Sie für jede Kilowattstunde wirklich bezahlen

Ein durchschnittlicher Haushalt zahlt 2026 rund 37,2 Cent pro Kilowattstunde Strom. Doch wohin fließt dieses Geld? Nur ein Teil geht an Ihren Stromanbieter. Der Rest verteilt sich auf Netzentgelte, Steuern, Abgaben und Umlagen: Posten, auf die weder Sie noch Ihr Anbieter Einfluss haben.

Strompreisampel zeigt Ihnen, wohin jeder Cent fließt, mit den offiziellen Zahlen der BDEW-Strompreisanalyse (Stand: Januar 2026). So wissen Sie genau, wofür Ihre Ampel auf Rot, Gelb oder Grün steht.

Quelle: BDEW-Strompreisanalyse, Stand 01/2026

Strompreis 2026 auf einen Blick

Bestandteil Anteil ct/kWh
Beschaffung, Vertrieb & Marge 41,3 % ~15,4 ct
Netzentgelte 24,8 % ~9,3 ct
Steuern, Abgaben & Umlagen 33,9 % ~12,6 ct
Gesamt (Ø Haushalt) 100 % 37,2 ct
Kreisdiagramm Strompreis-Zusammensetzung 2026: 41,3 % Beschaffung (grün), 24,8 % Netzentgelte (gelb), 33,9 % Steuern und Abgaben (rot)
💡 Gut zu wissen: Nur rund 41 % Ihres Strompreises kann Ihr Anbieter beeinflussen. Bei den restlichen 59 % sind Sie auf staatliche Entscheidungen angewiesen. Umso wichtiger ist es, den beeinflussbaren Teil zu optimieren.

Beschaffung & Vertrieb – der Anteil, den Sie beeinflussen können

Mit rund 15,4 ct/kWh ist die Strombeschaffung der größte Einzelposten auf Ihrer Rechnung und zugleich der einzige, bei dem ein Anbieterwechsel direkt wirkt. Er umfasst:

  • Einkaufspreis an der Strombörse Der Preis, den Ihr Anbieter an der EPEX Spot oder über langfristige Verträge für die Energie zahlt
  • Vertriebskosten Marketing, Kundenservice, Abrechnung und Verwaltung
  • Gewinnmarge Der unternehmerische Aufschlag Ihres Versorgers

Unterschiede bei Beschaffungsstrategie und Marge führen zu spürbaren Preisdifferenzen zwischen Anbietern. Genau deshalb lohnt sich ein regelmäßiger Strompreisvergleich.

Was hat der Börsenpreis damit zu tun?

Der Einkaufspreis richtet sich nach Angebot und Nachfrage an der Strombörse. Auf unserer Startseite sehen Sie den aktuellen Börsenpreis als Ampel-Signal in Echtzeit: 🟢 günstig, 🟡 normal, 🔴 teuer.

Für Kunden mit einem dynamischen Stromtarif schlägt sich der Börsenpreis direkt in der Rechnung nieder, viertelstundengenau. Bei klassischen Festpreis-Tarifen wirkt er sich erst bei der nächsten Preisanpassung aus.

Netzentgelte – was der Transport Ihres Stroms kostet

Strom muss vom Kraftwerk zu Ihrer Steckdose gelangen. Die Kosten für Betrieb, Wartung und Ausbau der Stromnetze tragen Sie als Verbraucher über die Netzentgelte. 2026 liegen diese im Durchschnitt bei 9,3 ct/kWh. Das entspricht 24,8 % Ihres Strompreises.

Wichtig: Die Höhe der Netzentgelte variiert je nach Wohnort und Netzbetreiber erheblich. In Hamburg fallen sie deutlich höher aus als in Bremen oder Mecklenburg-Vorpommern.

Ampel auf Grün: Netzentgelte 2026 deutlich gesunken

Gute Nachricht für Verbraucher Anfang 2026 sind die Netzentgelte bundesweit um rund 15 % gesunken. Der Auslöser ist ein staatlicher Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro an die Übertragungsnetzbetreiber. Diese Entlastung wurde weitgehend an Endkunden weitergegeben.

Langfristig bleiben die Netzentgelte allerdings ein Kostentreiber. Der Ausbau von Nord-Süd-Trassen, die Integration von Wallboxen und Wärmepumpen sowie die Digitalisierung der Netze erfordern Investitionen in Milliardenhöhe.

Steuern, Abgaben und Umlagen – der staatlich festgelegte Anteil

Rund ein Drittel Ihres Strompreises besteht aus staatlich regulierten Posten. Sie fließen in den Bundeshaushalt, finanzieren die Energiewende oder entschädigen Kommunen. 2026 summieren sie sich auf insgesamt 12,6 ct/kWh. Hier steht die Ampel auf Rot: An diesen Kosten führt kein Weg vorbei.

Stromsteuer – 2,05 ct/kWh

Die Stromsteuer ist eine bundesweit einheitliche Verbrauchsteuer. Sie beträgt seit Jahren unverändert 2,05 ct/kWh. Eine geplante Absenkung auf das EU-Minimum (0,05 ct/kWh) scheiterte an fehlenden Haushaltsmitteln.

Mehrwertsteuer – 19 %

Auf den gesamten Strompreis – inklusive Netzentgelte und Umlagen – erhebt der Staat 19 % Mehrwertsteuer. Bei einem Durchschnittspreis von 37,2 ct/kWh entfallen damit allein rund 5,9 ct auf die Umsatzsteuer. Sie ist der größte Einzelposten unter den Steuern.

Konzessionsabgabe – 1,3 bis 2,4 ct/kWh

Netzbetreiber zahlen eine Gebühr an Ihre Kommune, um öffentliche Wege für Stromleitungen nutzen zu dürfen. Die Höhe variiert nach Gemeindegröße. In Großstädten liegt die Obergrenze bei 2,39 ct/kWh.

Die drei Umlagen im Detail

Zusätzlich werden drei Umlagen auf jede verbrauchte Kilowattstunde erhoben. Insgesamt betragen sie 2026 2,946 ct/kWh, ein Anstieg um 11 % gegenüber 2025:

Umlage 2026 Veränderung
KWKG-Umlage (Kraft-Wärme-Kopplung) 0,446 ct/kWh ▲ +61 %
Offshore-Netzumlage 0,941 ct/kWh ▲ +15,3 %
§ 19 StromNEV-Umlage (bes. Netznutzung) 1,559 ct/kWh → +0,06 %
Gesamt Umlagen 2,946 ct/kWh +11,1 %
Was ist mit der EEG-Umlage? Die EEG-Umlage wurde zum 1. Juli 2022 vollständig abgeschafft. Sie hatte über zwei Jahrzehnte den Ausbau erneuerbarer Energien finanziert und machte zeitweise bis zu 6,76 ct/kWh aus. Die Förderung läuft seitdem über den Bundeshaushalt und taucht auf Ihrer Stromrechnung nicht mehr auf.

Strompreis-Zusammensetzung 2026 vs. 2025 – das hat sich verändert

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Durchschnittsstrompreis von 39,3 ct/kWh (2025) auf 37,2 ct/kWh (2026) gesunken. Die Ampel im Überblick:

Grünes Licht

  • Netzentgelte – rund 15 % günstiger dank 6,5 Mrd. € Bundeszuschuss
  • Beschaffungskosten – leicht rückläufig durch sinkende Großhandelspreise

Rotes Licht

  • Umlagen – insgesamt +11 %, v. a. KWKG-Umlage mit +61 %
  • Stromsteuer – trotz Koalitionsversprechen nicht gesenkt
Unterm Strich: Die Entlastung bei den Netzentgelten wiegt die gestiegenen Umlagen mehr als auf. Der Strompreis ist 2026 spürbar günstiger als im Vorjahr. Die Ampel zeigt in der Gesamtbewertung Grün.

Grünes Licht für niedrigere Stromkosten – 3 Hebel, die wirken

Nicht alle Bestandteile Ihres Strompreises lassen sich beeinflussen, aber die richtigen. So schalten Sie Ihre persönliche Stromampel auf Grün:

Anbieter vergleichen

Die größten Preisunterschiede liegen bei Beschaffung und Marge. Ein regelmäßiger Tarifvergleich kann je nach Verbrauch deutlich sparen, ohne Komfortverlust.

Dynamischen Tarif prüfen

Mit einem dynamischen Stromtarif zahlen Sie den tatsächlichen Börsenpreis. Wer seinen Verbrauch gezielt in die Grünphasen verlagert, spart zusätzlich. Die Startseite zeigt, wann es sich lohnt.

Aktuellen Börsenpreis prüfen

Verbrauch optimieren

Jede eingesparte Kilowattstunde senkt Ihre Gesamtkosten, unabhängig vom Tarif. LED-Beleuchtung, abschaltbare Steckdosenleisten und Eco-Programme wirken sofort.

Häufige Fragen zur Strompreis-Zusammensetzung

Woraus besteht der Strompreis in Deutschland?
Der Strompreis setzt sich aus drei Hauptbestandteilen zusammen: Beschaffung und Vertrieb (ca. 41 %), Netzentgelte (ca. 25 %) sowie Steuern, Abgaben und Umlagen (ca. 34 %). Die genauen Anteile ändern sich jährlich.
Warum ist der Strompreis in Deutschland so hoch?
Deutschland hat im europäischen Vergleich überdurchschnittlich hohe Strompreise. Das liegt weniger an den Erzeugungskosten als an hohen Netzentgelten und einer hohen Steuer- und Abgabenlast. Der Netzausbau für die Energiewende treibt die Kosten zusätzlich.
Kann mein Stromanbieter den gesamten Strompreis beeinflussen?
Nein. Ihr Anbieter hat nur auf rund 41 % des Preises direkten Einfluss: den Anteil für Beschaffung, Vertrieb und Marge. Netzentgelte, Steuern und Umlagen sind reguliert und für alle Anbieter gleich.
Gibt es 2026 noch die EEG-Umlage?
Nein. Die EEG-Umlage wurde zum 1. Juli 2022 vollständig abgeschafft. Die Förderung erneuerbarer Energien läuft seitdem über den Bundeshaushalt. Auf Ihrer Stromrechnung taucht sie nicht mehr auf.
Wie wirken sich sinkende Netzentgelte auf meinen Strompreis aus?
Sinkende Netzentgelte reduzieren den Gesamtpreis pro Kilowattstunde. 2026 liegen sie im Schnitt bei 9,3 ct/kWh, rund 15 % weniger als 2025. Ob sich das in Ihrem Tarif bemerkbar macht, hängt davon ab, ob Ihr Anbieter die Senkung weitergibt. Ein Tarifvergleich verschafft Klarheit.
Was ist der Unterschied zwischen Grundpreis und Arbeitspreis?
Der Grundpreis ist eine monatliche Pauschale unabhängig vom Verbrauch (z. B. für Zähler und Abrechnung). Der Arbeitspreis wird pro verbrauchter Kilowattstunde berechnet und enthält alle oben beschriebenen Bestandteile. Beide zusammen ergeben Ihre Stromrechnung.

Auf welcher Farbe steht Ihr Strompreis gerade?

Auf unserer Startseite zeigt die Strompreisampel den aktuellen Börsenstrompreis in Echtzeit: viertelstundengenau, farbcodiert und kostenlos. Grün, Gelb oder Rot: Sie sehen sofort, ob jetzt der richtige Zeitpunkt zum Verbrauchen ist.

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